Nr. 1020 i.Or. Bergisch Gladbach in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Jan Wellem und Matteo Alberti -Schloss Bensberg-

Bergan, bergan!
Stumpf stoßen die Hufe
der dampfenden Rösser
in schwerem Gang
auf nassweichem Pfade
die Reiter tragend
und ihre Beute.

Bergan, bergan!
Der mächtige Jäger
Kurfürst Johann Wilhelm,
durchnässt vom sommerlich
Bergischen Regen,
strebt heimwärts zur Burg,
voraus ihm die Meute.

Oh, diese Burg!
Erworben zur Jagd.
Zu klein für des Fürsten
prachtvolles Leben,
selbst Sommertags kalt.
Und kaum Volk hier,
doch ehrsame Leute!

Wie sollt sie hier leben,
Anna Maria Lovisa
die Schöne di Medici,
Herzog Cosimos
strahlende Tochter,
Sonnengewächs aus Florenz,
in solchem Gemäuer?Bergan, bergan,
gleich über der Burg
wo die Weiden und Felder
den Blick freigeben
auf Städte und Wälder,
dort soll es entstehen
ein Neues Schloß Bensberg.

Voran, voran!
Schon gedeihen die Pläne
des Meisters Graf Matteo Alberti
aus der Heimat der Schönen.
Schart um sich die Künstler,
sein Werk auszuschmücken
mit dem Schönsten der Zeit.

 

 

Der Weltwunder achtes,
nur er kann es schaffen,
so schreibt Rapparini,
und gibt Zeugnis bis heute
von Albertis Willen und Kunst.
Wir ehren den Meister
mit ewiger Gunst.

Vom Blei, der Materia,
über Quecksilber, den Geist,
hin zum Golde der Seele
verband Bauherrn und Meister
ein unsichtbar Band.
Im Werk leben beide.
Sie prägten ihr Zeichen
im Bergischen Land.Zu kurz war das Werk
dann kurfürstliche Bleibe.
Ein viertel Jahrtausend
mißbraucht und geschändet
doch mühsam bewahrt
vor Ruin und Verfall
bis das Schicksal sich wendet.

So ist nun erstrahlt,
-da ein Jahrtausend geendet-,
das alte Gemäuer
in ganz neuem Glanz,
der Nachwelt erhalten
als Weltwunder VIII,
Werk zweier großer Gestalten.

Bergan, bergan
zum Schlosse reiten
seh' ich im Geist vor mir
den Fürsten Jan Wellem,
Kurfürst von der Pfalz,
und unter einem Schattenbaum
bald mit Matteo stillvergnügt
das neue Werk voll Lob bestaunen:
"Nun endlich wird's gut!"
so hör' ich sie raunen.

© Manfred Müller-Berg 1999/2004