Nr. 1020 i.Or. Bergisch Gladbach in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland

Presse

Reportage über unsere Freimaurerloge "Matteo Alberti"
und zur Freimaurerei im Allgemeinen.

Freimaurer Reportage Teil 1

Freimaurer Reportage Teil 2

Freimaurer Reportage Teil 3

Freimaurer Reportage Teil 4

 


Die Loge hinter der Demutstür

Das "Neue Herwegshaus" macht den Auftakt zu unserer neuen Serie "Zeitzeugen aus Stein". Der Keller des Hauses am Burggraben 1 in Bensberg ist heute Heimat der Freimaurer.

Das "Neue Herwegshaus" ist das erste Denkmal in unserer Serie "Zeitzeugen aus Stein". (Bild: CA)

Gewölbekeller

Bergisch Gladbach - Der Weg in den Gewölbekeller führt durch die so genannte Demutstür: Mit einer Höhe von nicht einmal 1,60 Meter lässt der niedrige Türsturz keinen Eintritt erhobenen Hauptes zu. Nach den Mühen des Abstiegs in den „Bensberger Untergrund" überrascht das geräumige Kellergeschoss im denkmalgeschützten Haus Burggraben 1, das heute von der Freimaurerloge Matteo Alberti für Versammlungen genutzt wird. Hier, im Tempel der Loge, findet sich auch der Brunnen des Hauses, eine in Metall gefasste und verglaste Wasserstelle, mit der die Bewohner in früheren Zeiten unabhängig waren von den öffentlichen Brunnen. Das Haus wurde jetzt vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zum Denkmal des Monats gekürt.

1767 ließ der Kölnische Bürgermeister Eberhard Joseph Melchior von Herwegh das repräsentative Wohnhaus am heutigen Markt erbauen. Nach ihm wird das Gebäude auch heute noch „Neues Herwegshaus" genannt – das alte Herwegshaus steht schräg gegenüber, besser bekannt unter der Bezeichnung „Goethehaus". Zur Zeit der Errichtung hatte Bensberg den rechtlichen Status einer Freiheit, damit verbunden war die Befreiung von der Steuerlast, der Ort verfügte aber weder über eine Stadtmauer noch über Zünfte oder einen Markt, wie Max Morsches erläutert, Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg. Der wohlhabende Bauherr Herwegh wollte sein Haus nicht im damals üblichen Fachwerkstil errichten, sondern ließ extra teure Grauwacke aus den Steinbrüchen in Lindlar mühsam mit Pferd und Wagen nach Bensberg transportieren. „Am Stein ist der Status des Bauherrn abzulesen", erklärte Stephan von Wahl, Leiter des Arbeitskreises „Denkmal des Monats".

In späteren Jahren diente das Gebäude jedoch nicht nur als Wohnhaus. Während der Koalitionskriege von 1792 bis 1815 unterhielten Österreicher und später Franzosen ein Lazarett im Neuen Schloss. „Durch die unhygienischen Zustände brachen bald Seuchen aus, die auch auf die örtliche Bevölkerung übergriffen", berichtet Morsches. Erkrankte wurden wohl auch im Neuen Herwegshaus gepflegt, wurde es doch 1808 als „unbewohnbares Krankenhaus" in der Häuserliste aufgeführt.

Um 1900 befand sich an dieser Stelle ein Kolonialwarengeschäft, später hatte der Paritätische Wohlfahrtsverband dort seine Geschäftsstelle. Im Jahr 1980 erwarb der Architekt Bernd Rotterdam das Haus und ließ es nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten „vorbildlich" sanieren, lobte der Rheinische Verein für Denkmalpflege. Der heutige Eigentümer hat die oberen Etagen als Wohnungen vermietet, im Keller befinden sich die Versammlungsräume der Freimaurer.

„Heute hat das Haus wieder bauliche Schwachstellen", sagte von Wahl. Offene Fugen im Mauerwerk müssten dringend geschlossen werden, um die Substanz nicht zu gefährden. Und viele Bensberger sorgen sich um das Umfeld des Hauses. Weil eine städtische Rahmenplanung für das Areal am Marktplatz bisher fehle, könnten Investoren mit neuen Bauvorhaben das Gesamtbild des Platzes mit seinen denkmalgeschützten Häusern verschandeln. Abschreckende Beispiele gebe es schließlich genug.

Ende des Artikels aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 25.10.2011

Wir bedanken uns bei Frau Stephanie Peine, ihrem Fotografen und dem Kölner Stadtanzeiger.


Im Geiste der Steinmetze

Die Bensberger Freimaurerloge Matteo Alberti besteht seit zehn Jahren. Erstmals öffnete die Loge ihre Tore zum Gewölbekeller. Was bei den Treffen genau geschieht, bleibt nach jahrhundertealter Tradition geheim.

Gewölbekeller

Der Gewölbekeller: Dort finden die Treffen der Freimaurerloge Matteo Alberti statt.

Logenbrüder

Einige der Logenbrüder

Holzthron

An der Stirnwand des Gewölbekellers steht der Holzthron, der Platz für den Vorsitzenden der Freimaurerloge Matteo Alberti.

Bergisch Gladbach - Das Betreten des Bauhüttenraums ist eigentlich nur Mitgliedern vorbehalten. Doch an diesem Tag, zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Freimaurerloge Matteo Alberti, öffnet sich die Tür zum Gewölbekeller auch für Pressevertreter. „In der Öffentlichkeit kursieren viele Legenden und Gerüchte über die Freimaurer, damit möchten wir aufräumen", sagt Manfred Müller-Berg, der neun Jahre lang erster Vorsitzender war - der „Meister vom Stuhl".

Er und sein Nachfolger Karl-Heinz Schulze führen die Besucher in den Keller des historischen Bruchsteinhauses am Burggraben. Die Wände sind mit Stuhlreihen gesäumt, an der Stirnwand steht ein Holzthron: der Platz für den Vorsitzenden. In der Mitte des Raumes zeigt ein handgefertigter, blauer Teppich, von drei gläsernen Säulen gerahmt, mehrere Symbole: Maurer- und Steinmetzwerkzeuge, ein Tempel, Sonne, Mond, ein schwarz-weißer Boden. „Das Pflaster steht für die hellen und dunklen Seiten des Lebens", erläutert Manfred Müller-Berg. Zentral angeordnet sind die Freimaurer-Symbole Zirkel und Winkelmaß. Schulze: „Der Zirkel symbolisiert die weltumfassende Liebe. Der Winkel bedeutet Recht, Gesetz, ein geradliniges Leben." Ein Spitzhammer stehe für Selbsterkenntnis und die Arbeit des Menschen an sich selbst.

Um solche Symbole und Begriffe geht es auch bei der „Bauhüttenarbeit", zu der sich die 23 Mitglieder der Loge regelmäßig treffen. Darüber, was dort passiert, schweigen die Freimaurer grundsätzlich. Nicht aus Geheimniskrämerei, wie Schulze betont, sondern „weil das nicht erzählbar, sondern nur erlebbar ist". Verraten wird lediglich, dass es um kontemplative Arbeit mit überlieferten Texten gehe. Auch darin tauchen immer wieder Symbole auf, die auf die mittelalterlichen Dombauhütten Bezug nehmen, aber letztlich Persönlichkeitsentwicklung zum Thema haben.

Müller-Berg: „Zweck der Bauhüttenarbeit sind die geistige Vervollkommnung und die charakterlich-moralische Souveränität des Einzelnen mit dem Bestreben nach allgemeiner Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit." Diskussionen über Politik oder Religion seien verpönt. Neben diesen Treffen veranstaltet die Loge monatlich Abende für Gäste. „Das sind Männer auf der Suche nach etwas, das sie geistig und seelisch befriedigt. Diese Suche ist oft indifferent", erzählt Manfred Müller-Berg und betont, die Loge werbe nicht aktiv um Mitglieder. Die Interessenten müssen in der Regel mehrmals an Gästeabenden teilgenommen haben, bevor sie in die Gemeinschaft aufgenommen werden und dann durch die beständige Arbeit an sich selbst vom Lehrlingsgrad zum Gesellen und schließlich zum Meister aufsteigen können.

Seit Januar ist Werner Dürrwanger (62) „Lehrling". Er ist bei einer Reise auf die Geschichte der Freimaurer gestoßen. „Irgendwann im Leben kommt man mit seiner Entwicklung an eine Grenze", sagt er. Dann sei es gut, Menschen mit ähnlicher Lebenseinstellung und gleichen Werten zu treffen.

Wir bedanken uns bei Frau Michaela Paus, ihrem Fotografen und dem Kölner Stadtanzeiger.

Ende des Artikels aus dem Kölner Stadtanzeiger vom 15.04.2009


Die Geschichte

Gegründet wurde der Verein „Freimaurerloge Matteo Alberti", der sich nach dem Barock-Architekten des Bensberger Schlosses benannt hat, am 31. März 1999 im Goethehaus.

Gegründet wurde der Verein „Freimaurerloge Matteo Alberti", der sich nach dem Barock-Architekten des Bensberger Schlosses benannt hat, am 31. März 1999 im Goethehaus. Im Januar 2000 wurde die Loge durch die Berliner Großloge formell eingesetzt. Die Initiative zur Gründung ging von Manfred Müller-Berg und Dr. Eilert Ohrt aus. Heute hat die Loge 23 Mitglieder (ausschließlich Männer) im Alter von 26 bis 73 Jahren.

Bei Zusammenkünften im Bauhüttenraum tragen die Mitglieder Beamtenband, Bijou (Kreuz mit Zirkel, Winkel und Bensberger Schloss) und einen weißen Schurz, in Anlehnung an die Steinmetztradition. Sitz der Loge ist das 1761 errichtete Bruchsteinhaus Burggraben 1 in Bensberg, das Vereinsmitglieder 2002 erworben haben. „Matteo Alberti" gehört zur „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland". In Deutschland gibt es rund 470 Freimaurerlogen mit insgesamt 14 000 Mitgliedern. Sie sind organisiert in fünf Großlogen, die sich ihrerseits zu den „Vereinigten Großlogen von Deutschland" zusammengeschlossen haben.

Die Freimaurerei entwickelte sich um 1700 - Bezug nehmend auf Ideale der Aufklärung (Humanität, Toleranz, Brüderlichkeit) und die Tradition der mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften. Ziel ist die geistige Vervollkommnung des Einzelnen. 1723 entstand in England eine Verfassung, „Die Alten Pflichten" („The Constitutions of the Free-Masons"), auf die sich die Freimaurer noch heute beziehen.

Freimaurer kamen und kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, ethnische Herkunft und sozialer Status sollen so wenig eine Rolle spielen wie weltanschauliche, religiöse und politische Überzeugungen. (ela)